Men in Red
Die Männer von der Hermann Helms
Technik an Bord
DGPS - Differential Global Positioning System
Beim DGPS-Verfahren (Globales Positionssystem mit Differentialsignal) wird
durch das Ausstrahlen von Korrekturdaten (Bahn- und Zeitsystem) die Genauigkeit
der GPS-Navigation gesteigert.
Als Referenz wird z.B. eine wetterfeste Station genutzt, die das GPS-Signal der Satelliten
empfängt. Die geografische Position dieser Referenz ist mit sehr hoher Genauigkeit
bekannt und dient somit dazu, die eventuellen Abweichungen der aktuellen GPS-Ortung zu
korrigieren. Mit Hilfe eines Vergleichs der eigentlich benötigten Zeit des Satellitensignals
bis zur Referenzstation und der real benötigten Zeit läßt sich diese Differenz berechnen und
als Korrektursignal verwenden. Der so ermittelte Entfernungsfehler zum Satelliten und dessen
zeitliche Abweichung wird für jeden empfangenen GPS-Satelliten bestimmt und per Funk von der
Referenzstation an alle DGPS-Empfänger übermittelt, die diese Signale dann decodieren und
für die genaue, korrigierte Positionsbestimmung verarbeiten. Die Genauigkeit ist somit um einiges
höher als bei herkömmlichen GPS-Signalen.
Fremdlenzpumpe
Lenzpumpen (auch Bilgepumpen) dienen üblicherweise zum Abpumpen von Eigenwasser. An Bord von
Schiffen oder speziell von Seenotkreuzern jedoch handelt es sich um sogenannte Fremdlenzpumpen,
die dazu vorgesehen sind, eingedrungenes Wasser auf fremden Schiffen abzupumpen.
Lenzen (niederdeutsch lens = "leer") bedeutet allgemein Abpumpen von Wasser z.B. aus einem
Schiff und zwar im unteren Teil, der Bilge (oberhalb der Planken oder des Kiels). Moderne Schiffe besitzen
eine eigene Motorbilge, die das meist mit Öl- und Kraftstoffresten kontaminierte Wasser abpumpt, so dass
es dann fachgerecht entsorgt werden kann.
Echolot
Mit Hilfe des Echolots wird die Meerestiefe akustisch gemessen. Dazu sendet ein Ultraschall-Lautsprecher
am Boden des Schiffs einen Impuls aus (ca. 100 kHz), der am Meeresboden reflektiert und von einem
Schallwandler empfangen wird. Die Zeit, die die Schallwelle für diesen Weg benötigt, sowie ihre
Ausbreitungsgeschwindigkeit geben dann genauen Aufschluss über die Meerestiefe. Der Messbereich üblicher
Geräte liegt bei etwa 2 m bis hin zu einigen Kilometern. Bei der Messung werden ebenfalls Faktoren wie
Temperatur und Salzgehalt des Wassers berücksichtigt, die die Schallgeschwindigkeit beeinflussen. Die
Messgeräte werden dazu entsprechend auf diese Werte kalibriert.
Auch die Beschaffenheit des Meeresbodens kann berücksichtigt werden, indem ein zweites Signal mit
geringerer Frequenz (etwa 15 kHz) gesendet wird. Diese Frequenz dringt tiefer in den Boden (z.B.
Schlick) ein als die üblicherweise verwendeten 100 - 200 kHz, welche von Schichten geringerer Dichte
reflektiert werden. Der nautische Horizont (schiffbare Tiefe) ist etwas geringer als der Tiefenwert
mit 100 kHz und läßt sich mit Hilfe der 2. Frequenz wesentlich genauer bestimmen.
Radar - Radio Detection and Ranging
Hinter der Sammelbezeichnung Radar verbergen sich verschiedene Ortungs- und Erkennungsverfahren und -Geräte
auf Basis elektromagnetischer Wellen im Radiofrequenzbereich (Funkwellen).
Ein Radargerät sendet elektromagnetische Wellen gebündelt als Primärsignal aus. Diese Wellen
werden von Objekten als Echo reflektiert und dann vom Radargerät als Sekundärsignal empfangen.
Die Auswertung der Signal läßt dann Rückschlüsse über die Objekte zu, so dass eine
Ortung mit Hilfe von Entfernung und Winkel vorgenommen werden kann. Aus den empfangenen Wellen können
aber auch Daten wie die Relativbewegung zwischen Sender und Objekt ermittelt werden. Radargeräte mit guter
Auflösung lassen sogar bei Aneinanderreihen einzelner Messungen die Konturen des Objekts erkennen.
Auf Schiffen kommt meistens das sogenannte Rundsichtradar zum Einsatz, welches die Überwachung des
Schiffsverkehrs ermöglicht.
Funkpeilung
Die Funkpeilung ermöglicht die Ermittlung der eigenen Position oder Richtung
mit Hilfe eines Funksignals und dessen Richtungsbestimmung oder Zeitmessung. Auch die
Relativgeschwindigkeit Sender-Empfänger kann so bestimmt werden.
Funkpeiler verhalten sich rein passiv und dienen lediglich der Auswertung der Funkwellen.
Somit benötigen sie einen Peilempfänger und eine oder mehrere Antennen.
Schiffe können mit Hilfe der Funkpeilung anhand ihres Funkverkehrs oder anhand von
Störabstrahlungen aufgefunden werden.
Homing
Das sogenannte Homing ist ein Ortungssystem und damit zusammenhängend die Zielfahrt auf ein Objekt. Für die Seenotretter bedeutet dies die gezielte Fahrt auf einen Havaristen, der ein Notsignal sendet.
ECDIS
Die IMO (International Maritime Organisation) hat für die Berufsschifffahrt Mindestanforderungen an das
Bordgerät zur Darstellung von Seekarten definiert. Dieses Navigationsgerät nennt sich ECDIS
(Electronic Chart Display and Information System) und arbeitet wahlweise mit Raster- oder Vektorkarten.
Mit Hilfe der elektronischen Seekarten kann zu jedem Schiff in der Berufsschifffahrt ein Datenpaket mit
Informationen zum Schiff abgerufen werden, wie z.B. Schiffsdaten, Geschwindigkeit oder Ziel.
ECDIS hat die früher eingesetzten Videoplotter abgelöst.