Die DGzRS

Technik an Bord
DGPS - Differential Global Positioning System
DGPS

Beim DGPS-Verfahren (Globales Positionssystem mit Differentialsignal) wird durch das Ausstrahlen von Korrekturdaten (Bahn- und Zeitsystem) die Genauigkeit der GPS-Navigation gesteigert.

Als Referenz wird z.B. eine wetterfeste Station genutzt, die das GPS-Signal der Satelliten empfängt. Die geografische Position dieser Referenz ist mit sehr hoher Genauigkeit bekannt und dient somit dazu, die eventuellen Abweichungen der aktuellen GPS-Ortung zu korrigieren. Mit Hilfe eines Vergleichs der eigentlich benötigten Zeit des Satellitensignals bis zur Referenzstation und der real benötigten Zeit läßt sich diese Differenz berechnen und als Korrektursignal verwenden. Der so ermittelte Entfernungsfehler zum Satelliten und dessen zeitliche Abweichung wird für jeden empfangenen GPS-Satelliten bestimmt und per Funk von der Referenzstation an alle DGPS-Empfänger übermittelt, die diese Signale dann decodieren und für die genaue, korrigierte Positionsbestimmung verarbeiten. Die Genauigkeit ist somit um einiges höher als bei herkömmlichen GPS-Signalen.


Fremdlenzpumpe

Lenzpumpen (auch Bilgepumpen) dienen üblicherweise zum Abpumpen von Eigenwasser. An Bord von Schiffen oder speziell von Seenotkreuzern jedoch handelt es sich um sogenannte Fremdlenzpumpen, die dazu vorgesehen sind, eingedrungenes Wasser auf fremden Schiffen abzupumpen.

Lenzen (niederdeutsch lens = "leer") bedeutet allgemein Abpumpen von Wasser z.B. aus einem Schiff und zwar im unteren Teil, der Bilge (oberhalb der Planken oder des Kiels). Moderne Schiffe besitzen eine eigene Motorbilge, die das meist mit Öl- und Kraftstoffresten kontaminierte Wasser abpumpt, so dass es dann fachgerecht entsorgt werden kann.


Echolot
Echolot

Mit Hilfe des Echolots wird die Meerestiefe akustisch gemessen. Dazu sendet ein Ultraschall-Lautsprecher am Boden des Schiffs einen Impuls aus (ca. 100 kHz), der am Meeresboden reflektiert und von einem Schallwandler empfangen wird. Die Zeit, die die Schallwelle für diesen Weg benötigt, sowie ihre Ausbreitungsgeschwindigkeit geben dann genauen Aufschluss über die Meerestiefe. Der Messbereich üblicher Geräte liegt bei etwa 2 m bis hin zu einigen Kilometern. Bei der Messung werden ebenfalls Faktoren wie Temperatur und Salzgehalt des Wassers berücksichtigt, die die Schallgeschwindigkeit beeinflussen. Die Messgeräte werden dazu entsprechend auf diese Werte kalibriert.

Auch die Beschaffenheit des Meeresbodens kann berücksichtigt werden, indem ein zweites Signal mit geringerer Frequenz (etwa 15 kHz) gesendet wird. Diese Frequenz dringt tiefer in den Boden (z.B. Schlick) ein als die üblicherweise verwendeten 100 - 200 kHz, welche von Schichten geringerer Dichte reflektiert werden. Der nautische Horizont (schiffbare Tiefe) ist etwas geringer als der Tiefenwert mit 100 kHz und läßt sich mit Hilfe der 2. Frequenz wesentlich genauer bestimmen.


Radar - Radio Detection and Ranging
Radar

Hinter der Sammelbezeichnung Radar verbergen sich verschiedene Ortungs- und Erkennungsverfahren und -Geräte auf Basis elektromagnetischer Wellen im Radiofrequenzbereich (Funkwellen).

Ein Radargerät sendet elektromagnetische Wellen gebündelt als Primärsignal aus. Diese Wellen werden von Objekten als Echo reflektiert und dann vom Radargerät als Sekundärsignal empfangen. Die Auswertung der Signal läßt dann Rückschlüsse über die Objekte zu, so dass eine Ortung mit Hilfe von Entfernung und Winkel vorgenommen werden kann. Aus den empfangenen Wellen können aber auch Daten wie die Relativbewegung zwischen Sender und Objekt ermittelt werden. Radargeräte mit guter Auflösung lassen sogar bei Aneinanderreihen einzelner Messungen die Konturen des Objekts erkennen.

Auf Schiffen kommt meistens das sogenannte Rundsichtradar zum Einsatz, welches die Überwachung des Schiffsverkehrs ermöglicht.


Funkpeilung

Die Funkpeilung ermöglicht die Ermittlung der eigenen Position oder Richtung mit Hilfe eines Funksignals und dessen Richtungsbestimmung oder Zeitmessung. Auch die Relativgeschwindigkeit Sender-Empfänger kann so bestimmt werden.

Funkpeiler verhalten sich rein passiv und dienen lediglich der Auswertung der Funkwellen. Somit benötigen sie einen Peilempfänger und eine oder mehrere Antennen.

Schiffe können mit Hilfe der Funkpeilung anhand ihres Funkverkehrs oder anhand von Störabstrahlungen aufgefunden werden.


Homing

Das sogenannte Homing ist ein Ortungssystem und damit zusammenhängend die Zielfahrt auf ein Objekt. Für die Seenotretter bedeutet dies die gezielte Fahrt auf einen Havaristen, der ein Notsignal sendet.


ECDIS
ECDIS

Die IMO (International Maritime Organisation) hat für die Berufsschifffahrt Mindestanforderungen an das Bordgerät zur Darstellung von Seekarten definiert. Dieses Navigationsgerät nennt sich ECDIS (Electronic Chart Display and Information System) und arbeitet wahlweise mit Raster- oder Vektorkarten.

Mit Hilfe der elektronischen Seekarten kann zu jedem Schiff in der Berufsschifffahrt ein Datenpaket mit Informationen zum Schiff abgerufen werden, wie z.B. Schiffsdaten, Geschwindigkeit oder Ziel.

ECDIS hat die früher eingesetzten Videoplotter abgelöst.